Hattet ihr schon mal das
Gefühl an einem Punkt angekommen zu sein an dem man sich definitiv entscheiden
muss? An dem dir endlich mal klar sein muss was du vom Leben erwartest weil es
sonst zu spät sein könnte?
Bei mir kam dieser Punkt an
diesem wunderschönen Herbstsonntag im Oktober. Mein Mann war mit unserer
kleinen Tochter bei den Großeltern und ich war ganz unspektakulär beim
Wohnungsputz als ich mich im Spiegel betrachtete, den Babyspeck so vor mich
herschiebend mit meinen seit Jahren konstanten 5-10 kg zuviel auf den Rippen
und der beständigen Wunschvorstellung und dem festen Ziel ganz bestimmt mal
IRGENDWANN meine Traumfigur erreicht zu haben und mich rundum wohl zu fühlen.
Kann ja nicht so schwer sein...irgendwann wenn mal Zeit ist, ich die Ruhe hab,
die Kleine größer ist, ich Geld fürs Fitnessstudio hab, das Wetter schöner ist
um draußen laufen zu können, mein Mountainbike keinen Platten mehr hat, ich
nicht so müde bin oder ich nicht gerade Staubsaugen muss, werde ich garantiert
ein regelmäßiges Sportprogramm verfolgen und mich noch dazu konsequent von
tierischen Produkten fernhalten weil ich doch theoretisch aus vollem Herzen
hinter allen veganen Motiven stehe...immer dann, wenn ich nicht gerade auf eine
leckere Pizza bei meiner Mama eingeladen bin wo doch die Salami schon mal drauf
liegt (kann man ja nicht runternehmen is ja schade drum...) oder eben grade
keine Sojamilch im Haus ist und der Kaffee schwarz ja total eklig ist, das
Schlückchen Kuhmi is doch auch nicht so wild...
Außerdem ist doch im Moment
mein Kopf so voll mit allen möglichen anderen Dingen um die ich mich kümmern
muss, die gehen doch nun wirklich vor! Sport kann ich immer noch machen und die
vegane Ernährung läuft mir auch nicht davon...
So hats bis heute bei mir
immer ausgesehen: ich konnte mir meine Welt erfolgreich schön reden auch
wenn ich mit mir selbst nicht im geringsten zufrieden war. Oft lag ich nachts
wach und machte mir Gedanken was schief gelaufen war, warum denn die Pizza am Abend zuvor unbedingt sein musste, machte Pläne wie ich meine
Traumfigur erreichen kann und was ich nicht am nächsten Tag alles an
„richtigen“ Sachen essen werde.
Tatsache ist aber, es läuft mir sehr wohl etwas davon...nämlich die Zeit. Ich bin nicht mehr 22, das war vor fast 10 Jahren und in der Zeit hat sich körperlich doch einiges verändert. Der eigene Körper verzeiht einem Fehltritte nicht mehr so einfach wie während der Studienzeit. Eine ausgelassene Feier am Vorabend rächt sich meistens den ganzen Sonntag lang und die Tafel Schokolade vom Mittwochabend zeigt am nächsten Morgen von der Waage aus mit dem Finger auf einen (...naja wenn sie einen Finger hätte...und noch nicht gegessen wäre...naja wie dem auch sei...)
Aber was mir besonders Gedanken macht, sind die Spätfolgen unserer Lebensweise. Unser Körper verzeiht uns viele Dinge...sehr viele Dinge, merkt sich jedoch alles und präsentiert uns in unserem späteren Leben irgendwann die Rechnung dafür in Form von Herz-Kreislauf Krankheiten, Krebs oder anderen schlimmen Dingen die in unserer Gesellschaft nur all zu normal geworden sind.
Niemand kann mit 100%iger Sicherheit wissen, ob er durch eine gesunde Lebensweise von allen Krankheiten gänzlich verschont bleibt, aber ich kann meinem Körper die Chance dazu geben alle Herausforderungen so gut er kann zu meistern indem ich ihn trainiere und ihm den richtigen Treibstoff zuführe...und ein bisschen Vertrauen gehört eben dazu :)
Ab heute werde ich alle
meine Fortschritte und Rückschläge auf dem Weg in ein gesundes und glückliches Leben in diesem Blog dokumentieren, um mich zu motivieren aber auch um hoffentlich irgendwann mal
den einen oder anderen von euch auch dazu motivieren zu können sein Leben in
die Hand zu nehmen.
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